Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Impuls

 

 

Foto: picture alliance/imageBROKER/Petr Svarc


Zum Verständnis des Gleichnisses vom untreuen Verwalter muss ich meiner Ansicht nach die Perspektive wechseln. Jesus deutet diesen Blickwechsel an. Er spricht von den „Kindern dieser Welt“, denen er die „Kinder des Lichts“ gegenüberstellt. Die Kinder des Lichts, das sind wir, die wir an Christus glauben. Bis jetzt haben wir mit den Augen der Welt auf das Gleichnis geblickt, doch wie schauen wir mit den Augen des Glaubens darauf?
Den Schlüssel zum Verständnis des Gleichnisses vom unehrlichen Verwalter finde ich im Gleichnis vom verlorenen Sohn im Kapitel vorher.
Dort ist das Thema die Gnade Gottes. Wie würde das Gleichnis vom unehrlichen Verwalter aussehen, wenn ich die Währung Geld, um die sich alles zu drehen scheint, ersetze durch dieWährung Gnade? Probieren Sie es.

Ausgelegt!

Bibelwort: Lukas 16,1-13 (zum Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis)

Dieses Evangelium sollte man zunächst mit einer gewissen Innigkeit vorlesen. Es läuft allem zuwider, was Menschen von Jesus erwarten. Dabei vergessen wir nicht, dass es sich um ein „Gleichnis“ handelt, also um ein Geschehen, das etwas anderes erläutern und beleuchten soll. Nämlich: Treue und Zuverlässigkeit um Gottes willen. Sogar der „reiche Mann“ im Gleichnis, der ja erhebliche Verluste erleidet, lobt das Verhalten des Verwalters. Er anerkennt Treue und Zuverlässigkeit, obwohl sie ihm schaden. Das hat Größe. Und er anerkennt wohl, dass der Verwalter aus einer gewissen Angst heraus handelt, in der Welt nicht mehr bestehen zu können, wenn er sein Amt verliert. Treue und Zuverlässigkeit sind also Werte an sich, die auch dann Werte bleiben, wenn sie sich gegen jemanden richten. Und wer in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden möchte, darf nicht zimperlich sein, wenn es ums Ganze geht.

Damit sind wir beim Kern von Jesu Rede: Lasst euch nicht verschlucken von der Welt. Wenn das Geistliche und der Glaube an Gott nur noch mit einer gewissen Ungerechtigkeit erlangt werden kann, darf das sein. Nicht immer und überall, aber ausnahmsweise. Seid klug, sagt Jesus; übertretet auch mal die Regeln, wenn es um Gott geht. Dann öffnen sich die Türen zur ewigen Wohnung.

Michael Becker

 Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG

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